Au revoir, SafeGastro

Macht’s gut und danke für den Fisch!

Die Wiedereröffnung der Gastronomie steht in Bremen leider noch in den Sternen, dennoch ist es für mich an der Zeit ein Resümee zu ziehen und Entscheidungen zu treffen. Ich stelle den Betrieb von SafeGastro zugunsten von globaleren Lösungen ein.

Was war das für ein Chaos und eine Unsicherheit im Mai 2020: Die Gastronomie durfte unter Auflagen wieder öffnen und sah sich mit so vielen Fragen konfrontiert, die eigentlich niemand so richtig beantworten konnte. Hygienekonzepte wurden geschrieben, Barhocker abgeklebt, Laufwege festgelegt und what not …

Gerade hinsichtlich der Kontaktnachverfolgung herrschte Unklarheit. Zettel? Listen? Was muss registriert werden? Reicht eine Kontaktmöglichkeit oder muss die komplette Adresse erfasst werden? Fragen über Fragen. Was aber ganz schnell klar wurde war, dass der Umgang mit Kontaktdaten auf Papier, in welcher Ausgestaltung auch immer, sich alleine aus der datenschutzrechtlichen Perspektive eher schwierig gestaltet. Der erste, der mit der Fragestellung „WIE, VERDAMMT?!“ auf mich zukam, war mein Lieblingsbarista. Nachdem wir ein, zwei Mal über die ganze Thematik gesprochen hatten, war mir klar: Das geht digital und ich setz das um.

Das hier ist eine verdammt harte Galaxis. Wenn man hier überleben will, muss man immer wissen, wo sein Handtuch ist!

Douglas Adams

Don’t forget to bring a towel: Eine Woche später ging die erste Version von SafeGastro als erste ernstzunehmende Bremer Lösung zur digitalen Gästeregistrierung online.

Bequeme und einfache Checkins über das eigene Smartphone waren für Gäste sofort an Bord, genauso wie das schnell erkennbare Ampelprinzip für Bedienungen und Tresenpersonal: Grüner Bildschirm auf dem Smartphone des Gastes – Kann bedient werden. Weitere Funktionen für die teilnehmenden Gastronomen, wie z.B. eine aufgeräumte Übersicht der anwesenden Gäste, der Checkout von Gästen (die diesen vergessen haben) und der beliebte Fireabend-Button, der alle Gäste auscheckt, kamen zügig dazu. Ebenso habe ich stetig die Verschlüsselung der gespeicherten Daten optimiert.

Ein weiteres Kernfeature der Software war die automatische Löschung der Checkins. Genau drei Wochen nach dem Checkin eines Gastes wurden die Daten auf dem Server automatisch gelöscht. Ein gutes Gefühl für die / den Betroffene:n (So heisst es im Datenschutz, strange aber isso), ein noch besseres für die teilnehmenden Betriebe. Danke Florian für Deine Unterstützung hierbei!

Einsteigen, dabei sein

Nach und nach kamen dann Anfragen von Interessent:innen rein, die eigentlich alle ein schnelles Onboarding bekommen haben und zügig mit der Nutzung von SafeGastro beginnen konnten. Von der Punkrock-Kaschemme über Cafés und Cocktailbars, bis hin zur Busbibliothek war eigentlich alles dabei.

Proaktiv haben wir, in dem Falle mein Arbeitgeber und ich, das System als eigenständige Whitelabel-Lösung verschiedenen Gastronomie- und Quartiersverbänden angeboten. Nicht unbedingt aus der Motivation Umsätze zu generieren, sondern eher um die Verbreitung eines einheitlichen Systems für die Registrierung zu unterstützen. Im Sommer 2020 waren ebendiese Verbände wohl aber noch zu sehr damit beschäftigt Formularvordrucke für Ihre Mitglieder zu erstellen … Digitalisierung, olé! ¯\_(ツ)_/¯

Das schönste für mich war – neben dem schnurrenden und auch bei erhöhter Frequenz ultrastabilen System, dass während des Betriebes der Software jeden Monat Spenden für wirklich gute Sachen generiert wurden. SafeGastro war immer kostenlos, aber nicht umsonst: Jede:r Gastronom:in hat während der Nutzung monatlich eine Spende an eine Initiative der Wahl gespendet. Bedacht wurden z.b. das Kinderhospiz Löwenherz, Sea-Watch, The Ocean Cleanup, Save the Children und viele weitere tolle NGOs und Institutionen. Ich bedanke mich für Eure Spenden! Schön, dass Ihr das so mitgetragen habt, liebe Gastronom:innen!

Das Restaurant am Ende des Lockdowns

Jetzt schreibe ich diese Zeilen im März 2021. Wir sind immer noch im Lockdown, die Gastronomie ist immer noch geschlossen. Aber es tut sich was: Die Kontaktnachverfolgung wird generell durch die weitere Ausrollung der Software SORMAS in den Gesundheitsämtern auf realistische Füße gestellt; Lösungen für den Checkin sind politisch gewollt und werden endlich finanziert. So steht in Bremen die luca-App in den Startlöchern, zusätzlich gibt es noch eine Lösung eines Interessenverbandes. Letztere ist zwar wirklich sehr hässlich nicht ganz so hübsch, tut wohl aber auch ihren Dienst.

Ich heisse das gut. Meine Vision war immer, eine Lösung zu pushen, die eine weite Verbreitung erreicht und von Gästinnen und Gästen (wie verdammt gendert man eigentlich Gast?!) akzeptiert und ohne großes Nachdenken genutzt wird. Mich macht stolz, dass in Bremen ein schon beachtlicher Kneipenbummel möglich war, der stets von der gleichen App begleitet wurde. Bämm!

Wir sehen aber, dass diese ganze Pandemie-Kackscheisse uns noch weiter begleiten und das Thema Kontaktnachverfolgung weiterhin vorhanden sein wird. Deswegen unterstütze ich den RollOut von globaleren Lösungen als die Meinige und nehme SafeGastro vom Markt.

Ich bedanke mich bei allen Gastronom:innen, meinen Tester:innen, meinen arschcoolen Chefs, die SafeGastro stets rechtlich gedeckelt haben, und last but not least Mati von der Konobar, der quasi als mein Patient 0 fungiert hat.

Euer Einmann-Team von Checkin Petersen


P.S.: Weil ich weiss, dass die betreffenden Menschen das lesen: 2.500€ an das Kinderhospiz Löwenherz für Domain und Namen. Not negotiable.


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